BaumpflegeListe
Zwei Stücke Baumrinde, ein gelbgrünes Blatt und ein Tannenzapfen auf einem rauen Holztisch.

Glossar der Baumpflege und des Baumrechts

Das Glossar erklärt in einfachen Worten die Fachbegriffe, die Ihnen in einem Angebot, in einem Brief der Stadt oder im Gespräch mit dem Baumpfleger begegnen. Jede Erklärung beginnt mit ein bis zwei Sätzen und nennt danach ihre Quelle.

35 Begriffe der Baumpflege und des Baumrechts

Baumschutzsatzung

Eine Baumschutzsatzung ist die Regel Ihrer Stadt oder Gemeinde, die bestimmte Bäume schützt. Ab welcher Größe ein Baum geschützt ist, legt jede Stadt selbst fest. Wer einen geschützten Baum fällen will, braucht vorher die Genehmigung der Stadt, sonst drohen ein Bußgeld und die Pflicht, einen neuen Baum zu pflanzen.

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Vogelschutzperiode

Die Vogelschutzperiode ist die Zeit vom 1. März bis zum 30. September, in der Sie Bäume und Hecken außerhalb des Waldes nicht fällen oder stark zurückschneiden dürfen. Schonende Schnitte, die nur den Zuwachs entfernen oder den Baum gesund halten, bleiben erlaubt. Wer trotzdem fällt, riskiert ein Bußgeld.

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Fällgenehmigung

Eine Fällgenehmigung ist die Zusage Ihrer Stadt, dass Sie einen geschützten Baum fällen dürfen. Sie beantragen sie bei der Umwelt- oder Naturschutzbehörde, und sie gilt nur für eine begrenzte Zeit. Meist ist sie an Auflagen geknüpft, zum Beispiel an einen neuen Baum als Ersatz.

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Verkehrssicherungspflicht

Die Verkehrssicherungspflicht ist die Pflicht, dass von Ihrem Baum niemand zu Schaden kommt. Sie trifft jeden, dem ein Baum gehört, ob Privatperson oder Stadt. Wie oft Sie den Baum kontrollieren müssen, steht in keinem Gesetz, doch Gerichte beziehen sich immer wieder auf die Regeln des Fachvereins FLL.

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Regelkontrolle

Die Regelkontrolle ist der regelmäßige Rundgang, bei dem eine fachkundige Person Ihren Baum vom Boden aus ohne Geräte auf Schäden prüft. Dabei sieht sie sich Krone, Stamm und Wurzeln an und legt den nächsten Termin fest. Damit erfüllen Sie einen Teil Ihrer Pflicht, dass von Ihrem Baum niemand zu Schaden kommt.

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ZTV-Baumpflege

Die ZTV-Baumpflege ist das Regelbuch, das beschreibt, wie Baumpflegearbeiten fachgerecht ausgeführt werden. Der Fachverein FLL hat es geschrieben, die aktuelle Ausgabe von 2017 ersetzt die von 2006. Für Ihren Auftrag gilt sie nur, wenn sie im Vertrag steht.

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FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau)

Die FLL ist ein Fachverein aus Bonn, der Regeln für den Bau und die Pflege von Grünanlagen schreibt, darunter zwei für Bäume. Das eine Regelwerk beschreibt, wie ein Baum auf Verkehrssicherheit kontrolliert wird, das andere, wie Baumpflegearbeiten ausgeführt werden. Beide gelten in der Branche als Maßstab, ein Gesetz sind sie nicht.

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Kronenschnitt

Ein Kronenschnitt ist ein Schnitt in der Krone eines Baumes, bei dem Äste herausgenommen oder eingekürzt werden. Er soll tote Äste entfernen, den Baum sicher halten oder die Krone an den Standort anpassen. Ein guter Kronenschnitt sitzt so, dass der Baum die Wunden selbst wieder verschließen kann.

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Totholzentfernung

Totholzentfernung heißt, dass abgestorbene Äste aus der Baumkrone herausgeschnitten werden. Die Entfernung dient der Sicherheit, denn tote Äste können ohne Vorwarnung abbrechen. Steht der Baum weit weg von Wegen und Gebäuden, kann das tote Holz bleiben, weil es Tieren und Pilzen als Lebensraum dient.

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Kappung

Eine Kappung ist das starke Einkürzen der ganzen Krone oder dicker Äste, bei dem nur Stummel stehen bleiben. Im Alltag sagt man dazu oft Köpfen. Nach den Regeln der FLL, einem Fachverein für Baumpflege, gehört sie nicht zur fachgerechten Baumpflege, weil der Baum die großen Wunden kaum verschließen kann.

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Seilklettertechnik (SKT)

Seilklettertechnik ist die Art, mit Seil und Klettergurt in einen Baum zu steigen und dort zu arbeiten. Baumpfleger nutzen sie, wo keine Hubarbeitsbühne, also kein Fahrzeug mit Arbeitskorb, an den Baum kommt. Für die Arbeit mit der Motorsäge im Baum gibt es eine eigene, weiterführende Ausbildung.

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SKT-A und SKT-B

SKT-A und SKT-B sind die beiden Kurse, in denen Baumpfleger die Seilklettertechnik lernen, also das Arbeiten im Baum mit Seil und Gurt. Nach dem A-Kurs arbeitet der Kletterer im Baum ohne Motorsäge, für die Motorsäge braucht er zusätzlich den B-Kurs. Beide Kurse dauern meist je fünf Tage.

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Wurzelstockfräsen

Wurzelstockfräsen heißt, einen Baumstumpf mit einer Maschine zu Holzspänen zu zerkleinern. Die Methode ist beliebt, weil danach kein Loch ausgegraben werden muss und die Stelle schnell wieder genutzt werden kann. Was es kostet, richtet sich nach der Größe des Stumpfs oder nach der Arbeitszeit.

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Baumgutachten

Ein Baumgutachten ist ein schriftlicher Bericht, in dem ein Gutachter beurteilt, wie gesund ein Baum ist und ob er sicher steht. Sie brauchen es meist, wenn bei einer Kontrolle etwas Auffälliges entdeckt wurde oder ein Amt es für einen Antrag verlangt. Was es kostet, hängt vom Umfang der Untersuchung ab.

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Zugversuch

Der Zugversuch ist ein Test, bei dem ein Gutachter mit einem Seil am Baum zieht und misst, wie Stamm und Wurzeln reagieren. Die Zugkraft ist gering, ersetzt Wind und schadet dem Baum nicht. Aus den Messwerten schätzt der Gutachter, ob der Baum einem Orkan bis Windstärke 12 standhalten würde.

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Resistograph

Der Resistograph ist ein Messgerät, das eine dünne Nadel in den Stamm bohrt und misst, wie schwer sich die Nadel durch das Holz drehen lässt. Festes Holz bremst die Nadel stark, morsches oder hohles Holz kaum. So findet der Gutachter Fäulnis im Stamminneren, die man von außen nicht sieht.

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Schalltomographie

Die Schalltomographie ist eine Untersuchung, bei der Schallwellen durch den Stamm laufen und ein Bild vom Inneren des Holzes entsteht. Gesundes Holz leitet Schall schnell, faules oder hohles Holz langsamer. So sieht der Gutachter, wie weit eine Fäulnis in den Stamm hineinreicht, ohne ihn aufzusägen.

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Baumwertermittlung (Methode Koch)

Die Baumwertermittlung berechnet, wie viel Geld ein Baum an seinem Standort wert ist. Gebraucht wird sie zum Beispiel, wenn ein Baum beschädigt oder zerstört wurde und der Schaden bezahlt werden muss. Üblich ist die Methode Koch, benannt nach ihrem Entwickler, die seit 1975 von deutschen Gerichten anerkannt ist.

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Ersatzpflanzung und Ausgleichszahlung

Eine Ersatzpflanzung ist ein neuer Baum, den Ihre Stadt von Ihnen verlangen kann, wenn Sie einen geschützten Baum fällen dürfen. Ist das Pflanzen nicht möglich oder nicht zumutbar, kann die Stadt stattdessen eine Ausgleichszahlung verlangen, also einen Geldbetrag. Eine automatische Pflicht für jeden gefällten Baum ist unzulässig.

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Habitatbaum

Ein Habitatbaum ist ein Baum mit Höhlen, Rissen, loser Rinde oder totem Holz, in denen Tiere brüten, überwintern oder ruhen. Er heißt auch Biotopbaum. Dazu kann auch ein abgestorbener, noch stehender Baum zählen. Das Naturschutzgesetz des Bundes verbietet, die Brut- und Ruhestätten geschützter Tiere zu beschädigen.

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Kronensicherung

Eine Kronensicherung ist ein Gurt oder Seil, das Äste oder Stammteile eines Baumes miteinander verbindet, damit sie bei Sturm nicht auseinanderbrechen. Sie kann einen geschwächten Baum erhalten, der sonst stark eingekürzt oder gefällt werden müsste. Eingebaute Sicherungen gehören zur regelmäßigen Kontrolle des Baumes.

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CODIT-Prinzip

Das CODIT-Prinzip beschreibt, wie ein Baum nach einer Verletzung das beschädigte Holz vom gesunden Holz abschottet. Dafür baut er vier Wände auf, die Fäulnis und Pilze aufhalten. Der Baumforscher Alex Shigo hat das Modell 1977 zusammen mit Harold Marx veröffentlicht.

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Baumkataster

Ein Baumkataster ist ein Verzeichnis, in dem eine Stadt oder ein anderer Eigentümer seine Bäume mit Standort, Art, Alter, Zustand und Kontrollterminen erfasst. Es wird auf Papier oder digital geführt. Es dient als Werkzeug, um die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen, also die Pflicht, dass von den Bäumen niemand zu Schaden kommt.

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Grenzbaum

Ein Grenzbaum ist ein Baum, dessen Stamm auf der Grenze zwischen zwei Grundstücken steht. Seine Früchte und, wenn er gefällt wird, auch der Baum selbst gehören beiden Nachbarn je zur Hälfte. Jeder Nachbar kann verlangen, dass der Baum entfernt wird, und die Kosten teilen sich beide.

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Überhang

Ein Überhang liegt vor, wenn Äste oder Wurzeln eines Baumes vom Nachbargrundstück auf Ihr Grundstück herüberwachsen. Eingedrungene Wurzeln dürfen Sie abschneiden. Herüberragende Äste dürfen Sie erst abschneiden, wenn Sie dem Nachbarn eine angemessene Frist zum Zurückschneiden gesetzt haben und er nichts getan hat.

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Grenzabstand

Der Grenzabstand ist der Mindestabstand, den ein Baum zur Grenze des Nachbargrundstücks haben muss. Wie groß er ist, legen die Bundesländer selbst fest, je nach Baumart und Höhe. Unterschreiten Sie ihn, kann Ihr Nachbar verlangen, dass der Baum entfernt oder zurückgeschnitten wird.

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Arborist (Baumpfleger)

Ein Arborist, auch Baumpfleger genannt, ist jemand, der beruflich Bäume pflegt, kontrolliert, sichert und bei Bedarf fällt. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, und jeder darf sie tragen. Sie sagt deshalb nichts über die Ausbildung aus. Erst Nachweise zeigen, was jemand gelernt hat.

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ISA Germany e.V.

ISA Germany e.V. ist der deutsche Zweig der International Society of Arboriculture, einer weltweiten Gesellschaft für Baumpflege. Der Verein sitzt in Heidelberg und hat nach eigenen Angaben über 260 Mitglieder. Er will fachliche Standards, internationale Zertifizierung, Forschung und Weiterbildung in der Baumpflege fördern.

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Fachverband Baumpflege e.V.

Der Fachverband Baumpflege e.V. ist ein Verband, der die Interessen von Baumpflegern und Baumpflegebetrieben vertritt. Nach eigenen Angaben hat er 500 Mitglieder und ist der mitgliederstärkste Baumpflegeverband in Deutschland. Auf seiner Internetseite können Sie nach Postleitzahl einen Baumpflegebetrieb in Ihrer Nähe suchen.

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Vitalität

Vitalität beschreibt die Lebenskraft eines Baumes, also wie gut er wächst, Blätter bildet und Verletzungen abschottet. Ein Baum kann sehr vital und trotzdem gefährlich sein, etwa wenn ein Pilz sein Holz zersetzt. Ob ein Baum bricht oder umkippt, sagt die Vitalität allein nicht.

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Baumnotdienst

Ein Baumnotdienst ist die schnelle Hilfe eines Fachbetriebs nach akuten Baumschäden, zum Beispiel wenn nach einem Sturm ein Ast hängt oder ein Baum umgestürzt ist. Bürozeiten sagen nicht, ob ein Betrieb auch außerhalb davon ausrückt. Das erfahren Sie nur, wenn Sie nachfragen.

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Erziehungsschnitt

Ein Erziehungsschnitt ist die regelmäßige Schnittpflege eines jungen Baumes, damit er eine stabile, für seine Art typische Krone entwickelt. Er heißt auch Aufbauschnitt. Wer ihn versäumt, muss den Baum später stark einkürzen oder sichern lassen, und das ist meist deutlich teurer als die frühen Pflegeschnitte.

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Lichtraumprofil

Das Lichtraumprofil ist der Luftraum über Straße, Rad- und Gehweg, in den keine Äste hineinragen dürfen, damit Fahrzeuge und Fußgänger frei durchkommen. Die genauen Maße unterscheiden sich je nach Bundesland und Stadt. Lübeck verlangt zum Beispiel 4,50 Meter über der Fahrbahn und 2,50 Meter über Geh- und Radwegen.

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Gefahrenbaum

Ein Gefahrenbaum ist ein Baum, an dem sichtbare Schäden zeigen, dass er brechen oder umkippen könnte. Solche Schäden sind zum Beispiel Pilze am Stamm, abgestorbene Rindenstellen, tiefe Höhlungen und tote Äste in der Krone. Danach schätzt ein Fachmann ein, wie groß die Gefahr wirklich ist.

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Holzzersetzende Pilze

Holzzersetzende Pilze sind Pilze, die das Holz eines Baumes abbauen und ihn dadurch schwächen. Man unterscheidet Braunfäule, Weißfäule und Moderfäule, je nachdem, welche Holzbestandteile der Pilz angreift. Oft ist der Pilz von außen nur an seinem Fruchtkörper zu erkennen, dem sichtbaren Teil des Pilzes am Stamm.

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