Wie tief fräst ein Betrieb den Wurzelstock?
Fräsen heißt, dass eine Maschine den Wurzelstock, also den Baumstumpf mit seinen oberen Wurzeln, zu Holzspänen zerkleinert. Wie tief sie dabei arbeitet, richtet sich danach, was später an der Stelle wachsen oder stehen soll.
Für neuen Rasen nennen Anbieter 10 bis 15 Zentimeter Tiefe. Für eine flache Bepflanzung fräsen Betriebe häufig 30 bis 40 Zentimeter tief. Soll an derselben Stelle ein neuer Baum wachsen, sind es bis zu 70 Zentimeter. Oder der Wurzelstock wird ganz gerodet, also samt den dicken Wurzeln aus dem Boden geholt.
| Vorhaben an der Stelle | Tiefe beim Fräsen | Reicht Fräsen allein? |
|---|---|---|
| Neuer Rasen | 10 bis 15 Zentimeter | Ja, sagen Anbieter |
| Flach wurzelnde Pflanzen | 30 bis 40 Zentimeter, so tief fräsen Betriebe häufig | Kann reichen |
| Neuer Baum an derselben Stelle | bis zu 70 Zentimeter, oder ganz roden | Anbieter sagen ja, ein Fachartikel verlangt Roden |
| Bauen oder Pflastern | keine feste Tiefe | Vorher prüfen lassen, was im Boden bleiben darf |
Das sind Richtwerte, die Anbieter unterschiedlich nennen. Lassen Sie sich deshalb im Angebot die Tiefe schriftlich nennen.
Strenger sieht es ein vereidigter Gutachter in einer Fachzeitschrift von 2018. Nach den technischen Regeln für Boden- und Pflanzarbeiten sei der Wurzelstock immer komplett zu entfernen. Dicke Wurzeln mit mehr als 10 Zentimetern Durchmesser müssten mindestens 30 Zentimeter tief heraus. Wird gepflanzt, müssten auch sie ganz heraus. In der Praxis blieben aber oft Teile im Boden.
Was unterscheidet Fräsen und Roden?
Beim Fräsen zerkleinert eine Maschine den Wurzelstock zu Holzspänen. Das geht schnell und kommt ohne Aushub aus.
Roden heißt, den Wurzelstock samt den dicken Wurzeln aus dem Boden zu holen. Das geht zum Beispiel mit einem Bagger, an dem ein Rodungsmesser hängt, eine Schneide, die die Wurzeln durchtrennt und Stück für Stück nach oben befördert.
- Eine Fräse erreicht dicke Wurzeln nicht. Kleinere Geräte arbeiten nur wenige Zentimeter tief, große Fräsen nach Angabe einer Fachzeitschrift bis etwa 60 Zentimeter.
- Nach dem Roden mit dem Rodungsmesser ist der Boden gelockert, und Sie können sofort pflanzen.
- Ein Rodungsmesser tastet sich Zentimeter für Zentimeter an Leitungen heran. Bei einer Fräse behindern die Späne die Sicht auf das, was im Boden liegt.
- Beim Roden bleiben saubere Holzstücke, die sich als Brennholz nutzen lassen, beim Fräsen nur Holzspäne.
- Für das Roden mit dem Bagger muss genug Platz um den Wurzelstock herum sein.
Wann reicht das Fräsen des Wurzelstocks nicht?
Für einen neuen Baum an derselben Stelle reicht flaches Fräsen nicht. Der Grund ist das Holz, das im Boden bleibt.
Ohne Sauerstoff verfault Wurzelholz im Boden. Dabei entstehen Gase wie Methan und Ammoniak, die das Wachstum neuer Wurzeln hemmen. Außerdem können Pilze von den Resten leben, etwa der Hallimasch. Das ist ein Pilz, der Holz zersetzt und über 600 Pflanzenarten befällt. Mit genug Nahrung kann er Jahrzehnte im Boden überleben und später einen neuen Baum angreifen.
Soll an derselben Stelle ein neuer Baum wachsen?
Fragen Sie den Betrieb nach einer Rodung oder nach Fräsen bis zu 70 Zentimeter. Ein Fachartikel verlangt, den Wurzelstock samt dicken Wurzeln ganz zu entfernen.
Wollen Sie an der Stelle bauen oder pflastern?
Lassen Sie vorher prüfen, was im Boden bleiben darf. Wurzelreste können später absacken.
Für neuen Rasen oder flach wurzelnde Pflanzen reicht Fräsen nach Angabe von Anbietern.
Gesetzlich vorgeschrieben ist eine vollständige Rodung nicht pauschal. Nach einer Preisübersicht kann sie aber nötig sein, damit der Boden nicht absackt oder der neue Baum genug Wurzelraum hat.
Was bleibt nach dem Fräsen im Boden?
Das Fräsgut, also die Holzspäne, können Sie als Mulch im Garten verwenden oder auf dem Kompost entsorgen. Viele Anbieter nehmen die Reste auf Wunsch mit.
Wurzeln, die tiefer oder seitlich liegen, bleiben im Boden. Bei Nadelbäumen wachsen sie nach dem Fällen nicht weiter. Bei frisch gefällten Laubbäumen können sie nach einigen Jahren wieder austreiben. Alles Holz, das im Boden bleibt, bauen Bakterien und Pilze mit der Zeit ab.
Brauchen Sie für den Wurzelstock eine Genehmigung?
Ob für das Fräsen oder Roden eines Wurzelstocks eine eigene Genehmigung nötig ist, kann Ihre Stadt beantworten. Baumschutz ist Ortsrecht und deshalb von Stadt zu Stadt verschieden.
Besonders wichtig ist die Rückfrage, wenn die Stadt bei der Fällung einen Ersatzbaum verlangt hat. Solche Bäume müssen oft an derselben Stelle wachsen, an der der alte stand. Ob und wo Sie einen Ersatzbaum pflanzen müssen, steht im Bescheid Ihrer Fällgenehmigung, also der Genehmigung Ihrer Stadt zum Fällen. Dann sollte der Wurzelstock so entfernt werden, dass der neue Baum gesund anwächst.
Wie bereiten Sie das Fräsen des Wurzelstocks vor?
- Messen Sie den Durchmesser des Wurzelstocks. Betriebe rechnen nach Stunden oder nach Zentimetern Durchmesser oder Umfang ab.
- Fragen Sie beim Versorger oder im Lageplan, ob Strom-, Gas- oder Wasserleitungen im Boden liegen. Fräse und Rodungsmesser können sie beschädigen.
- Sagen Sie dem Betrieb, was später an der Stelle wachsen oder stehen soll, und lassen Sie sich die Tiefe im Angebot nennen.
- Klären Sie, ob der Betrieb das Fräsgut mitnimmt oder ob Sie es als Mulch behalten.
- Lassen Sie nach dem Fräsen die Grube mit Erde auffüllen und legen Sie dann Rasen oder Beet an.
Was kosten Fräsen und Roden eines Wurzelstocks?
Ein Gartenportal nannte im Dezember 2022 für das Fräsen etwa 90 bis 110 Euro je Stunde oder 1 bis 2 Euro je Zentimeter Durchmesser. Eine Preisübersicht für Gartenarbeiten nennt mit Stand Juli 2026 80 bis 350 Euro je Wurzelstock, je nach Durchmesser und Zugänglichkeit. Eine vollständige Rodung kostet dort 100 bis 400 Euro je Baum, bei großen alten Bäumen mit Bagger auch mehr.
Viele Anbieter bieten eine kostenlose Erstbesichtigung an. Nutzen Sie sie, lassen Sie Fräsen, Roden und Entsorgung im Angebot einzeln ausweisen, und holen Sie mehrere Angebote ein. Dazu kommen die Kosten für die Baumfällung selbst.
Häufige Fragen
Wie tief muss ich einen Wurzelstock für neuen Rasen fräsen lassen?
Für einen neuen Rasen nennen Anbieter 10 bis 15 Zentimeter Tiefe unter der Erdoberfläche. Für flach wurzelnde Pflanzen fräst ein Betrieb häufig 30 bis 40 Zentimeter tief.
Reicht Fräsen aus, wenn ich an derselben Stelle einen neuen Baum pflanzen will?
Nein, flaches Fräsen reicht für einen neuen Baum nicht. Ein Betrieb fräst bis zu 70 Zentimeter tief oder rodet den Wurzelstock ganz. Ein Fachartikel verlangt bei einer Neupflanzung, den Wurzelstock samt dicken Wurzeln ganz zu entfernen. Verfaulende Reste und Pilze wie der Hallimasch können dem neuen Baum schaden.
Was passiert mit den Wurzeln, die nach dem Fräsen eines Wurzelstocks im Boden bleiben?
Bakterien und Pilze bauen die im Boden bleibenden Wurzeln mit der Zeit ab. Bei Nadelbäumen wachsen die Wurzeln nach dem Fällen nicht weiter, bei frisch gefällten Laubbäumen können sie nach einigen Jahren wieder austreiben. Für einen neuen Baum an derselben Stelle können faulende Wurzeln zum Problem werden.
Was kostet es, einen Wurzelstock fräsen zu lassen?
Fräsen kostet nach einer Preisübersicht von Juli 2026 80 bis 350 Euro je Wurzelstock, je nach Durchmesser und Zugänglichkeit. Ein Gartenportal nannte im Dezember 2022 etwa 90 bis 110 Euro je Stunde oder 1 bis 2 Euro je Zentimeter Durchmesser. Viele Anbieter bieten vorab eine kostenlose Erstbesichtigung an.
Was kostet es, einen Wurzelstock roden zu lassen?
Eine vollständige Rodung kostet nach einer Preisübersicht von Juli 2026 100 bis 400 Euro je Baum, bei großen alten Bäumen mit Bagger auch mehr. Bei einer Rodung holt der Betrieb auch die dicken Wurzeln aus dem Boden.
Kann ich Fräsgut nach dem Fräsen eines Wurzelstocks als Mulch verwenden?
Ja, das Fräsgut aus Holzspänen können Sie als Mulch im Garten verwenden oder auf dem Kompost entsorgen. Viele Anbieter nehmen das Fräsgut auf Wunsch auch mit.
